blog lebensliebe

Lebenszeit - Jeder Tag ist ein Geschenk

December 4, 2018

 

 

In dieser Folge geht es um Lebenszeit und wie Du durch bewusste Ruhe und Stille zu mehr Kraft, Kreativität und Lebensfreude findest.

 

 

Hallo meine Lieben,

 

wie geht es Euch heute? Ich hoffe, Ihr hattet einen traumhaft schönen Start in die Adventszeit? Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber für mich ist die Adventszeit immer eine besondere Zeit des Jahres. Während scheinbar viele andere um mich herum sich in Stress, Schnelligkeit und Erledigungen verlieren, versuche ich bewusst, ein bisschen langsamer zu werden.

 

Ich habe darum mal wieder zu Anfang der Adventszeit gefastet, dabei – ob ihr es glaubt oder nicht – 7 verschiedene Plätzchensorten gebacken und mir dabei Gedanken über unsere Lebenszeit, Geduld und Ruhe gemacht. Genau darüber möchte ich mich heute mit Euch unterhalten.

 

Nun aber erst mal eine Frage: Was bedeutet Ruhe und Geduld für Dich? Geh dafür gerne einen Augenblick in Dein Inneres und höre, was es antwortet. Wenn Du magst, schreib Dir das auch auf.

 

Dann eine weitere Frage: Brauchst Du vielleicht mehr Ruhe oder Geduld?

 

Ich kann darauf gerne mal meine Antworten geben. Für mich sind Ruhe und Geduld, Dinge, die ich scheinbar hochhalte und doch viel zu oft vergesse. Ruhe und Geduld sind stille Momente, in welchen ich einfach ganz im Hier und Jetzt bin und die Welt da draußen passieren darf. Es sind Augenblicke der absoluten Wahrnehmung, in welchen scheinbar alles seinen Platz hat und gut ist, wie es ist. Geduld spielt dabei eine ganz wichtige Rolle. Denn ich brauche Geduld, um solchen Momenten wirklich Raum zu geben. Viel zu oft kommen mir Gedanken davon, was ich noch tun muss und schon habe ich den Moment der Ruhe wieder dem Tun und Machen geopfert.

Ob ich mehr davon brauche: Ja, auf alle Fälle – auch weil ich immer merke, dass nach Phasen der Ruhe und Geduld in mir sehr viel Kraft, Kreativität und Lebensfreude entsteht.

 

Ruhe und Geduld als Quellen der Kraft

 

Viele von uns rennen ständig durch das Leben. Dabei vergessen wir den Augenblick zu geniessen ­– die ersten Schneeflocken, das Bimmeln eines kleinen Weihnachtsglöckchens oder das Lächeln unserer Kinder.

 

Wir alle brauchen unsere eigene Zeit – manchmal heißt das eben, dass wir für bestimmte Dinge etwas länger brauchen. Sei es das Anziehen der Schuhe, die Auswahl der Kleidung oder der Weg zur Arbeit selbst, weil wir noch einen Moment innehalten, um die frische Morgenluft zu geniessen. Zeit kann somit auch eine andere Beschreibung für Ruhe und Geduld sein. Es ist eine andere Art, unser Leben und unser Dasein zu beschreiben. Zeit ist ein Geschenk, das wir uns selbst machen können. Wir können und dürfen uns selbst immer wieder ein wenig Zeit gewähren, um still zu sein, zu atmen und uns über das Geschenk unseres Lebens bewusst zu werden.

 

Seneca sagt das so schön:

 

„Ich habe Zeit, wie denn jedermann Zeit hat, wenn er nur will.“

 

Ja, wenn wir nur wollen. In diesem Wollen liegt der Zauber.

 

Wie Du Dir sicher vorstellen kannst, habe ich das Thema Zeit heute nicht aufgegriffen, weil ich so gut darin bin, mir Pausen zu nehmen. Was ich aber manchmal an mir merke, ist eine Langsamkeit, die mich selbst amüsiert. In sehr stressigen Phasen in meinem Leben schaltet sich ein Modus ein, mit dem ich meine Eltern, wäre ich noch ein Kind, sicher zum Wahnsinn treiben könnte. Denn wenn ich richtig gestresst werde oder mich gestresst fühle, schalte ich manchmal einfach einen Gang runter. Dann dauert das Zusammenräumen meiner Bücher oder Büroutensilien plötzlich ewig. Oder ich brauche unendlich lange, um meinen Koffer vor einer bevorstehenden Reise einzuräumen. Es ist als würde mein inneres Kind zu meinem erwachsenen Ich sagen: „Da siehst Du mal. Ich brauche jetzt Zeit und lass mich absolut nicht von Dir hetzen.“

In dieser Langsamkeit denke ich oft gar nicht. Sie ist mir irgendwie bewusst, irgendwie auch nicht. Aber ich glaube, sie hat etwas Gutes, da sie mir Kraft durch Entschleunigung gibt.

 

Hast Du vielleicht auch so einen Schutzmechanismus, der Dir ganz unbewusst Zeit und Kraft schenkt?

 

Tipp 1: Wie hast Du als Kind getrödelt und Dir Zeit geschenkt?
 

Denke gerne einmal kurz an Dich als Kind: Wie hast Du Dich entschleunigt? Hattest Du einen Lieblingsplatz, an den Du gerne gegangen bist oder eine Beschäftigung, in welcher Du Dich stundenlang verlieren konntest?

 

Vielleicht kannst Du ja einen ähnlichen Lieblingsplatz oder eine ähnliche Beschäftigung auch wieder in Deinem Leben heute Einzug finden lassen?

 

Ruhe und Geduld als Quellen der Kreativität

 

In diesem Kontinuum von Zeit, das wir uns selbst zugestehen, können Wunder passieren. Ja, wirklich – Wunder.

Wer schon öfter hier war, weiß, dass ich viel über Meditation und Achtsamkeit spreche. Heute möchte ich die Erkenntnisse daraus in Gedanken über die Zeit umwandeln. Was mir aufgefallen ist, dass meine kreativsten Phasen immer nach bewussten Pausen entstehen. Darüber habe ich auch schon einmal in meinem Podcast zu Sabbaticals gesprochen.

 

Beethoven hat einmal seinem Schüler Johann Aloys Schlösser gesagt, nachdem dieser ihm ein neu komponiertes Stück gezeigt hatte: Im Gegensatz zur Jugend, könnte er Beethoven gut mit seinen Ideen leben, sie manchmal jahrelang im Kopf schwirren lassen, bevor er sie wirklich ausformulierte und zu Papier brächte. Denn er vertraute darauf, dass seine Ideen bei ihm bleiben würden und sich über die Zeit konkretisieren würden. Das hieß nicht, dass er sich nicht die Zeit nehmen müsste, um die Ideen und ihre Konkretisierungen später zu schleifen und zu überarbeiten.

 

Im Kontext von Kreativität kann man das auch so übersetzen: Neue Ideen entstehen in einem anderen Gedankenraum als konkrete Umsetzungspläne. Kreativität entspringt dem Unterbewussten, dem Weiten und dem Unerforschten, nicht dem Bewussten und Rationalen. Das Unterbewusste ist ein weites und wenig erforschtes Feld. Im Unterbewusstsein passieren unsere Träume; darin erleben wir uns selbst in wilden Rollen, wir fliegen und kämpfen mit Drachen. Manchmal erinnern wir uns an unsere Träume, manchmal nicht. Im Unterbewussten, entstehen auch neue, zuvor nie gedachte Gedanken, die uns zu ganz neuen Ideen und Umsetzungspfaden bringen können.

 

Doch es ist wie mit dem Leben selbst: Wenn wir danach jagen, kommen meist nicht die Dinge, die wir uns wünschen. Wenn wir uns aber still hinsetzen und die Dinge zu uns kommen lassen, sind wir erstaunt, wie leicht sie doch gekommen und wie viel schöner als erwartet sie sind. Dieses Schöne können wir in dem Moment auch ganz empfangen und wahrnehmen, weil wir schon davor unsere Fähigkeit für Ruhe und Geduld geschult haben.

 

Fast jeder kreative Geist hat auf die eine oder andere Weise bestätigt, wie Kreativität und Neues nach Phasen der Ruhe, der Zurück-Gezogenheit und des Nicht-Denkens kamen.

 

Nach meiner aktuellen Phase des Fastens kann ich das nur bestätigen. Am ersten Fastentag ist mir diese Ruhe aber gar nicht leicht gefallen. Ich bin es so gewohnt, zu machen, zu tun, immer „on“ zu sein, dass ich erst einmal gar nicht akzeptieren konnte, zu ruhen. Mein Körper allerdings hat mir dieses Jahr in meiner Fastenruhe eine klare Pause verordnet. Er hat sich einfach ausgeruht, geschlafen und sich genommen, was er nach einem arbeitsreichen Jahr gebraucht hat. Da war also auf der einen Seite mein Geist, der machen wollte und auf der anderen Seite der Körper, der gar nichts tun wollte.


So man der zweite Tag und ich habe erst mal gespürt, wie schön dieses Nichtstun doch auch sein kann. Es war ein bisschen ungewohnt, das könnt ihr euch vermutlich vorstellen, aber es war richtig cool. Jogginghose, nichts tun, schlafen und ab und an mal einen Tee trinken.

 

Und ab Tag 3 passierten plötzlich diese kleinen Wunder: Deine Sinnesorgane wachen auf und Du siehst, hörst und riechst viel besser. Die Haut wird ganz sensitiv und irgendwie merkst Du, wie viel Freude der Geruch nach Schnee und Frische in Dir auslöst. Dann kommt eine unbändigen Wachheit und Energie. Das hieß für mich, ich musst erst einmal richtig wild tanzen. Und schliesslich war da wieder eine Leichtigkeit, die auch durch den ganzen Körper ging. Alle Anspannungen sind regelrecht aus mir raus geflossen. … Ab dem 5. Tag kamen auch die neuen Gedanken – keine weltbewegenden, radikal verändernden Gedanken für die Menschheit. Aber neue Gedanken für mich, die mich sehr fasziniert und glücklich gemacht haben.

 

Ich möchte an der Stelle gar nicht das Fasten selbst promoten. Wer es möchte, kann es gerne ausprobieren oder einfach nur mal auf eine andere Art probieren, auf eine Sache zu verzichten. Wer weiß, was passiert….

 

Tipp 2: Vom Verzicht zu Entspannung und Kreativität

 

Mein zweiter Tipp ist eine kleine Anregung: Denk doch mal darüber nach, was Du manchmal machst, um runter zu kommen und Dich von on auf off zu bewegen. Schaust Du Serien, trinkst Du Wein oder fängst Du an, Dich auf sozialen Medien zu tummeln? Egal was es ist, vielleicht kannst Du Dir ja mal für 5 Tage eine kleine Fastenkur davon verordnen und Dir genau diese Zeit selbst schenken?

 

Ich bin gespannt, was passiert!

 

Ruhe und Geduld als Quellen der Lebensfreude

 

Was ich nach der Fastenphase gerade auch sehr bewusst erlebe ist Freude. Ich freue mich über die neuen Gedanken, über die Leichtigkeit des Loslassens, über meinen Körper, mein Leben.

 

Wisst ihr, ich glaube, wir freuen uns viel zu wenig über unser Leben.

 

Ich weiß nicht, wie es Euch ging, aber als ich dieses Jahr am Black Friday plötzlich überschüttet wurde von unzählbaren Marketing-Mails und Notifications hat mich das ein wenig traurig und ein wenig wütend gemacht. Denn auch wenn Werbung zu erhalten nichts Neues ist, war das doch die geballte Ladung von Marketing, die nichts anderes sagte als, wenn Du das oder jenes nicht hast, dann bist Du wohl nicht glücklich.

 

Ich habe übrigens bei einigen Anbietern mehrmal auf Unsubscribe gedrückt und die Nachrichten weiter erhalten… Naja… Darum geht es aber nicht. Nur kurz: Wie ging es Dir damit?

 

Ein Gedanke, den ich auf jeden Fall hatte, war: Warum veranstalten wir nicht im nächsten Jahr einen Anti-Black-Friday or noch besser den White Monday, in dem wir eine Marketing-Kampagne verteilt über die ganze Welt starten, in der wir uns gegenseitig erklären, warum wir unser Leben schön finden. Es gibt so viele Dinge, die uns fröhlich machen, die unser Herz höher schlagen lassen und die uns erfüllen, ganz ohne dass wir dafür extra Geld ausgeben müssen.

 

Das kann der erste Atemzug am Morgen sein oder das Wissen, dass es Deinen Liebsten gut geht oder das bewusste Kuscheln in Deinem warmen Bett am Morgen, wenn es draußen schneit.

 

Ich glaube, wir bleiben nicht oft genug stehen und sagen einfach mal: Ich liebe mein Leben. Ich bin genau jetzt happy für die kleinen Dinge. Mir geht es gut so wie es ist.

 

Natürlich braucht es auch dafür wieder einen Moment, den wir solchen Sätzen und Freuden widmen. Vielleicht braucht es dafür sogar Geduld, denn manchmal ist dieses Bewusstsein gar nicht so präsent und liegt ein wenig verschüttet unter Stress, Druck und Terminen. Aber irgendwo darunter glitzert es. Irgendwo darunter sind die Freuden, die Dein Leben voller Freude scheinen lassen. Diese Freuden mögen klein sein, winzig, aber sie sind da. Sie begleiten Dich immer, jeden Tag und auf jedem Schritt.

 

Tipp 3: Dein Adventskalender

 

Jetzt in der Vorweihnachtszeit gibt es etwas, das ich Dir gerne wünschen möchte. Ich wünsche Dir, dass Du an jedem Morgen, an dem Du das Türchen Deines Adventskalenders aufmachst, Dir kurz vorstellst, warum Du heute Dein Leben liebst. Ich wünsche Dir, dass Du Dir jeden Morgen ein kleines Glitzern schenkst und werde das in Gedanken an Dich auch für Dich tun. Schreib den Gedanken auch gerne auf und sammle Dir so schöne Gedanken zu Deinem Leben. Diese Gedanken kannst Du Dir am 24. selbst schenken und Dir somit Dein schönstes Geschenk machen: Dein wunderbares Leben in 24 Sätzen.

 

Somit wünsche ich Dir nun auch von ganzem Herzen eine wundervolle Vorweihnachtszeit mit ganz viel magischer Lebenszeit für Dich.

 

Vielen vielen Dank, dass Du heute da warst.

 

Ich umarme Dich von Herzen.

Love and light***

Martina

 

Hier geht es zum Podcast!

 

 

 

 

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