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Hey, ich mach mal 'ne Seelenpause (LebensLiebe Folge 16)

May 17, 2018

 

 

Willkommen zu LebensLiebe. Dem Podcast zum Leben, Lieben und Lachen.

Heute geht es um Auszeiten und eigentlich machst du ja schon eine Auszeit, wenn du hier nur meinen Blog liest. Darum an dieser Stelle ein großes Dankeschön an dich.

 

Schön, das du dir diese Zeit für dich und deine Seele gönnst. Wie oft machst du das? Gehören Pausen zu deinen Routinen? Bist du die Person, die andere dazu ermuntert auch mal still zu stehen oder bist du eher der-/diejenige, der/die vorwegprescht? Vielleicht bist du auch eine gute Mischung aus Machen und Stillstehen. Falls das so ist, Herzlichen Glückwunsch. Das freut mich für dich.

 

Denn ehrlich gesagt, bin ich manchmal richtig schlecht darin, Pausen zu machen. Vor allem wenn ich konzentriert auf meine Leidenschaften bin, finde ich oft kein Ende. Dann gehen die Tage rasend schnell vorbei und ich erwische mich um 18 Uhr beim Blick auf die Uhr und dem Gedanken: Ach Mensch, ist der Tag wirklich schon vorbei? Einerseits ist es ein großes Geschenk, seine  Aufgaben so zu lieben, dass man die Zeit vergisst. Andererseits fühle ich doch auch Stress in mir aufsteigen, wenn ich noch so viele To Do´s offen habe.

Beim letzten Mal haben wir ja über Erfüllung und Verletzlichkeit gesprochen. Ich glaube, da macht die Auszeit jetzt großen Sinn. Ich habe auch gerade vier Wochen Auszeit in San Francisco gemacht. 

 

Forschung zu Sabbaticals

 

Laut dem Harvard Business Review sinkt unsere Fähigkeit zur High Performance nach einer längeren Phase der hohen Konzentriertheit rapide ab. Pausen sind also wichtig, um die Batterien aufzuladen. Eine Studie der Universität Texas hat sich in diesem Kontext angeschaut, was Sabbaticals – Auszeiten, die ursprünglich von Universitätsprofessoren genommen wurden, um sich mit ihren Forschungsthemen zu befassen – wirklich bringen. Sie haben sich die Sabbaticals und Auszeiten vorgenommen, weil ihr Forschung über den US-Arbeitsmarkt herausfand, dass nur ca. 16.8 Urlaubstage von den oft max. 20 möglichen Arbeitstagen in den USA genommen werden. Im Verhältnis sind das bei uns in Deutschland mehr Tage. Aber auch bei uns geht die Tendenz dahin, Urlaubstage verfallen oder zumindest mit ins neue Jahr zu nehmen. Ein wichtiger Tipp der Studie: Plane deinen Urlaub schon zu Jahresbeginn.

Die Forscher befragten in der Studie Professoren und Führungskräfte vor und nach ihren 3-4-monatigen Auszeiten. Rate, was sie herausfanden. Wahrscheinlich bist du schon ganz richtig: Nach der Auszeit waren die Professoren und Führungskräfte deutlich belastbarer, weniger gestresst, freundlicher und offener. Auch spannend: die zerstreuten Professoren von zuvor erschienen nun pünktlicher zu ihren Meetings, schauten genauer auf die Zeit von Gesprächen und hatten sich auch noch neues Wissen angeeignet. Bei den Führungskräften fielen die vielen neuen Ideen auf und die Offenheit im Sinne des viel besseren Out-of-the Box-Denkens. Keiner der Professoren und Führungskräfte hatte die Auszeit bereut und für alle war es möglich gewesen, die Auszeit zu nehmen.

 

Wie viel Pausen gönnst du dir?

 

In meiner Recherche bin ich über folgendes, schöne Zitat von Paul Keller gestoßen:

 

Das einzige was ich bereut habe ist nicht zuweilen Pausen gemacht zu haben.

Ich wäre den meinen, mir und den anderen mehr gewesen.

 

Paul Keller

 

Schön und traurig zur gleichen Zeit, oder? Auf eine gewisse Weise, können wir die Aussage aber vermutlich alle nachvollziehen. Wer sich zu sehr im Tun – der Arbeit, dem Freizeitstress – verliert, vergisst Raum für die Momente der Verbindung mit den Lieben einzuräumen. Pausen sind also auch Chancen der Verbindung. Als ich in Kalifornien war, habe ich mich mit jedem Tag so viel mehr verbunden und stärker gefühlt. Wenn ich in meinem Arbeitstrott bin, fällt es mir oft schwer, mich abends noch zum Sport aufzuraffen. Anders als der o.g. Freizeitstress ist es bei mir – auch bedingt durch das Homeoffice – oft eher so, dass ich dann lieber zu Hause bleibe. In San Francisco konnte ich plötzlich wieder jeden Tag zum Yoga und dabei diese neue entstehende Verbindung zu meinem Körper spüren. Das war wunderschön, weil dadurch auch viele andere Verbindungen lebendiger wurden. Ich habe so viele kleinen Schönheiten auf meinen täglichen Spaziergängen entlang am Strand oder durch die facettenreichen Stadtteile gefunden. In mir war plötzlich so viel Inspiration und Freude. Auf diesen Spaziergängen habe ich auch immer wieder alte Freunde getroffen. Manchmal zufällig – als würde ich sie einfach anziehen. Manchmal geplant. Nicht selten gingen diese Gespräche über Stunden und ich habe auch gemerkt, wie viel ich geben konnte, in dem ich nur da war, nicht auf die Uhr schauen musste und mit meinem ganzen Herzen bei meinen Freunden sein konnte. Ich habe vorher gesagt, es war als hätte mich San Francisco gerufen. In einigen dieser Gesprächen wusste ich auch warum und ich war so froh, da sein zu können, zu umarmen, zu trösten und zuzuhören.  

 

Tipp 1: Das Pausen-Assessement

 

Frage 1: Wie viele Pausen gönnst du dir?

Frage 2: Bist du gerade oft unzufrieden mit deiner Arbeit oder deinem Leben?

Frage 3: Hast du manchmal das Gefühl, dir wird es eng um die Brust?

 

Wenn du jetzt im Kopf geantwortet hast 1) zu wenig 2) ja 3) jein… Dann denk doch mal über eine kleine Auszeit nach. Siehst du dich schon unter den Palmen oder vielleicht nur bei deiner Oma im Garten unter dem Apfelbaum? Wie fühlt sich das an? Hast du ein Lächeln auf dem Gesicht? Wie schön! Willkommen in deiner Seelenpause.

 

Trennung auflösen und aus der Box denken

 

In Auszeiten findet man Verbindung und es werden einem auch die Trennungen, die wir im Alltag kultivieren mehr bewusst. Ehrlich gesagt, ging mir gerade die Erkenntnis über diese Trennungen sehr nahe. Wir haben uns ja schon einmal darüber unterhalten, wie sehr ich die Trennungen zum Beispiel von männlichen und weiblichen Qualitäten im Arbeitskontext wahrnehme. Darum möchte ich jetzt auch nicht näher darauf eingehen. Aber was mir plötzlich in Kalifornien klar wurde: Wir trennen auch zwischen ganz zentralen Bereichen unseres Lebens: dem privaten und beruflichen Leben.

 

Wie Schuppen fiel mir vor Augen, dass ich das ja auch hier im Podcast tue. Ist das nicht total ironisch? Wir verbringen die meiste Zeit unseres Lebens auf der Arbeit und somit eigentlich deutlich weniger Zeit mit uns selbst als Privatmenschen. Durch diese Trennung von privat und beruflich limitieren wir uns in unserer Ganzheit als Mensch und Individuum. Wir grenzen einen Teil unseres Ichs aus und ab von einem anderen. Wir sind das berufliche, karriere-orientierte, professionelle Gesicht, das für bestimmte Themen im Office steht, sich für diese Themen einsetzt und dafür als Experte gilt. Das private Ich taucht bei vielen von uns im Büro gar nicht erst auf. Du kannst dir ja mal kurz überlegen, welche deiner Qualitäten und Eigenschaften im beruflichen Kontext noch nie erwähnt hast? Bist du vielleicht ein/e gute/r Koch / Köchin oder ein leidenschaftlicher Bastler? Schreibst du Gedichte oder malst du Bilder? Was fällt dir ein?

 

Ich merke immer mehr, wie wenig man in Business Meetings scheinbar private Themen erwähnt. Nur selten fängt ein Meeting an mit „gestern war ich mit meiner Familie am See“ oder „meine kleine Tochter hat gestern angefangen zu laufen.“

Es geht um die Sache und vielleicht denkst du jetzt: „Klar, ist ja auch Arbeit.“ Dann möchte ich dich fragen: Wie oft erwähnst du deine Sorgen und Ängste auf der Arbeit? Wie oft sagst du Sätze wie: „Diese strategische Entscheidung fühlt sich für mich nicht gut an. Ich habe Angst, dass wir so in 5 Jahren noch weniger offen sprechen und uns noch mehr auf reine Produktivitäts- und Kennzahlen-Orientierung beschränken und darauf habe ich keine Lust. Das bereitet mir keine Freude.“ Wie oft nehmen du und deine Kollegen sich die Zeit, Pläne zu visualisieren und zu erfühlen? Wie oft habt ihr achtsame Pausen der Stille, in welchen nicht kommuniziert wird, damit ihr Raum für euch findet? Wie geht ihr im Büro mit Konflikten um? Wie offen kannst du mit deinen Kollegen über Sorgen sprechen?

Worte wie „Angst“, „Offenheit“, „Sorge“ – erfassen dich als Mensch im Ganzen. Das bist du in Klarheit und Verbundenheit.

Ich höre solche Worte selten oder nur im Kontext von Buzzword Bingos rund um New Work. Ich wage auch selbst selten, Menschen im Meeting zu unterbrechen und zu sagen, was ich im Gespräch fühle. Diese Woche zum Beispiel hätte ich gerne einmal gesagt: Liebes Gegenüber, ich habe das Gefühl du bist heute total durch den Wind. Du bist unkonzentriert, verlierst dauernd den Faden und kannst scheinbar nur schwer hier im Meeting bleiben. Geht es dir gut? Belastet dich etwas?“

Ich bin ehrlich: Ich habe mich nicht getraut, weil das ganze Meeting eben um Fakten, Projekte und Ergebnisse ging. Es fordert Mut sich selbst als ganzen Menschen in jeden Bereich des Lebens einzubringen. Und doch ist es meiner Meinung nach der einzige Weg die heutige Arbeitswelt radikal zu verändern.

 

Tipp 2: Versuche dich öfter als Ganzes einzubringen

 

Vorschlag 1: Auch in Business Meetings kann man manchmal einen Moment der Stille herbeiführen und so allen Teilnehmern die Chance geben, anzukommen.

Vorschlag 2: Gehe bewusster in den Austausch und die Kommunikation. Füge auch mal Sätze wie „ich fühle“ oder „ich nehme war“ ein.

Vorschlag 3: Beobachte dich selbst am Morgen, wenn du das Büro betrittst. Wie viel von deinem Ich bleibt vor der Bürotür und wartet dort bis zum Abend auf dich?

 

Raum schaffen

 

Ich glaube, dass es wahnsinnig wichtig ist, sich über diese Trennungen im Kopf und Handeln bewusst zu werden. Denn sie gestalten massgeblich wie wir uns darstellen, was wir denken und wie wir leben. Sie sind meiner Meinung auch sehr große Barrieren in Bezug auf ein erfülltes Leben, in dem man tut, was einen glücklich macht.

Was schätzt du, wie viele deutschen Arbeitnehmer sich eine Auszeit wünschen? – 66%. Also 2 von 3 deiner Kollegen in deinem Büro wünschen sich eine Auszeit. Eventuell gehörst du selbst auch dazu.

Was denkst du, wie sich das auf das Motivationslevel ausübt? Wie sehr das die Lust auf Zusammenarbeit steigert? Wie geht es dir, wenn ich das so sage?

Hinter dem Wunsch nach Auszeit stecken – meistens eher unbewusst – Wünsche nach Regeneration, mehr Zeit mit dem Partner oder der Familie, Sehnsucht nach Neuorientierung und dem Umsetzen von Herzensprojekten.

Was denkst du, wie viele in Deutschland ein Sabbatical machen? Immerhin 10% - was immer noch eine Lücke zu den 66% darstellt. Natürlich ist es nicht ganz einfach, sich für eine Auszeit zu entscheiden.

Wie lange soll ich die Auszeit nehmen? Bringt mir das wirklich den Raum zu freiem Denken, den ich brauche? Kann ich mir das leisten? Was wird der Chef/die Chefin sagen? Finde ich dann wieder in den Job? Was passiert, wenn ich dann gar nicht mehr zurück gehen will?

 

Alles nicht so einfach, richtig? Ich möchte dir von Herz zu Herz etwas sagen: Wenn du etwas möchtest, ist alles möglich. Und eine kleine Pause von 4 bis 5 Wochen hat noch keinen aus der Bahn geworfen. Nicht nur als Schulkinder haben wir 6 Wochen Sommerferien gebraucht. Unsere Seele braucht immer noch von Zeit zu Zeit Eis, Sommer und Sonne.

 

Deine Seele wird dir auch den Mut schenken, den es vermutlich braucht, um die Auszeit herbei zu führen. Sie wird dich voller Vorfreude und Aufregung dabei unterstützen, dir ein paar Fragen zu stellen:

 

Was möchte ich in meiner Auszeit erleben?

Was habe ich zu lange vernachlässigt?

Wer kann mich dabei am besten unterstützen?

Was sagt mein Körper dazu?

 

Natürlich musst du auch ein paar Grundbedingungen klären – deine Finanzen, die Wohnung, Job. Aber das ist alles gar nicht so schlimm und wo ein Wille, da ein Weg. Vertrau mir.

 

Höre auch darauf, was dir dein Körper sagt.

 

Oft nutzen wir Auszeiten – vor allem die kürzeren – um die lang ersehnte Reise zu machen. Ich höre immer wieder von verrückten Reiseplänen, die eigentlich bedeuten, dass das Sabbatical-Programm noch voller und ausgebuchter ist als das normale Leben. Wenn dein Körper dir sagt, er braucht Ruhe, dann höre darauf. Dann such dir in der Auszeit – auch wenn du auf Reisen gehst – immer wieder Orte der Ruhe und plane für diese Orte Zeit ein. Das ist Zeit für dich, um Raum zu schaffen und die vielen wirbelnden Gedanken in deinem Kopf, wie Sand im Wasserglas, langsam Ruhe finden zu lassen. Wenn das Wasser ruhig ist – also dein Kopf – dann wirst du merken, wie viel neue, kreative Kraft in dir entsteht. Du wirst überrascht sein, was du in so einer Klarheit alles fühlst und siehst. Dir werden plötzlich so viele Erinnerungen kommen an Dinge, die du schon ewig machen wolltest und Berufsoptionen, die du vielleicht längst vergessen hattest. Da werden auch ganz andere Gedanken sein. Es wird sprudeln in der Klarheit.

 

An der Stelle habe ich heute keinen Tipp für dich, sondern würde mich von Herzen freuen, dich auf eine kurze Meditationsreise zu mehr Raum und Verbindung in dir mitzunehmen.

 

Hast du Lust? Kommst du mit?

Dann folge dem Link hier zur Meditation zu Raum und Verbindung.

 

Vielen Dank für diese kleine Reise zu dir, die du übrigens auch jederzeit wieder machen kannst. So kannst du ganz einfach Räume und Auszeiten für dich schaffen und die Verbindung mit deinem Körper und deiner Mitte herstellen.

 

Zusammenfassung

 

Und damit komme ich auch zum Ende des heutigen Podcasts.

Lass mich die Tipps kurz zusammenfassen:

 

Tipp 1: Das Pausen-Assessement

 

Frage 1: Wie viele Pausen gönnst du dir?

Frage 2: Bist du gerade oft unzufrieden mit deiner Arbeit oder deinem Leben?

Frage 3: Hast du manchmal das Gefühl, dir wird es eng um die Brust?

 

Tipp 2: Versuche dich öfter als Ganzes einzubringen

 

Vorschlag 1: Auch in Business Meetings kann man manchmal einen Moment der Stille erzwingen und so allen Teilnehmern die Chance geben, anzukommen.

Vorschlag 2: Gehe bewusster in den Austausch und die Kommunikation. Füge auch mal Sätze wie „ich fühle“ oder „ich nehme wahr“ ein.

Vorschlag 3: Beobachte dich selbst am Morgen, wenn du das Büro betrittst. Wie viel von deinem Ich bleibt vor der Bürotür und wartet dort bis zum Abend auf dich?

 

Tipp 3: Du kannst jederzeit Raum und Verbindung schaffen, in dem du die kleine Lichtmeditation eben durchführst. Ich werde sie dafür auch als eigenen Podcast für dich zur Verfügung stellen.

 

Ich danke dir so sehr, dass du dir heute mit mir eine kleine Auszeit genommen hast.

Ich habe heute vermutlich auch ein paar Fragen aufgeworfen, die nicht ganz beantwortet worden sind. Was bedeutet eigentlich Arbeit in der Zukunft? Wie kann ich Erfüllung in einer Auszeit finden – einfach so? Ich verspreche dir, ich werde noch mehr auf das Arbeiten in der Zukunft eingehen. Und Erfüllung findest du vor allem dann, wenn du dir erlaubst, ganz du zu sein und dieses du in alle Bereiche deines Lebens einfliessen zu lassen.

 

Ich vertraue dir von ganzem Herzen, dass du das kannst.

 

Danke, dass es dich gibt. Du bist wundervoll, einzigartig und magisch.

 

Love and light***

Martina

 

 

Spannende Links:

 

Die Firma profitiert von Mitarbeitern nach dem Sabbatical

 

Harvard Business Review - Link 1

Forbes - Link 2

 

Hier geht's zum Podcast - auch auf iTunes

 

 

 

 

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