blog lebensliebe

Liebe Freundinnen, liebe Königinnen der Welt...

April 19, 2016

Aus der Ferne schreibe ich Euch einen Brief, um Euch etwas sagen: Ihr seid toll! Ihr seid stark, inspirierend, bezaubernd und manchmal verletzlich, traurig, zweifelnd. Leider konzentrieren wir lieben weiblichen Wesen uns viel lieber auf die letztgenannten Aspekte, bis sie uns so einnehmen, dass wir unsere Stärke, unseren Zauber und unsere Inspirationsfähigkeit vergessen.

 

Ihr seid toll! Ihr seid stark, inspirierend, bezaubernd und manchmal verletzlich, traurig, zweifelnd.

 

Gerade bin ich auf einer kleinen Reise und höre Euch nur am Telefon. Jeden Tag vermisse ich Euch. Gleichzeitig fällt mir durch die Distanz vieles sehr deutlich auf:

Wenn ich Euch am Telefon höre, fühle ich so viele Zweifel. Wir Frauen sind uns selbst einfach nie genug. Weil das so ist, teilen wir diese Zweifel auch gerne. Dabei bauen wir ganz unbewusst Druck auf – auf uns und andere. Nur ein kleines Beispiel:

Treffen sich Sara und Lisa auf einen Kaffee:

Sara: „Ach, irgendwie mag ich meinen Körper gerade nicht.“

Lisa: „Wieso, Du siehst doch toll aus.“

Sara: „Findest Du?“ (freut sich über das Kompliment)

Lisa nickt: „Klar.“

Sara: „Ja, vielleicht liegt es daran, dass ich gerade jeden Tag zum Yoga gehe.“

Lisa: „Wow, super. Das schaffe ich leider nicht.“ (schlechtes Gewissen schleicht sich bei Lisa ein)

 

Voilá, die Zweifel sind auf beiden Seiten keinen Funken verflogen.

 

Noch schlimmer wird es, wenn Frau ihr Licht im Job unter den Scheffel stellt.

„Ich weiß nicht, ob die Präsentation morgen gut genug ist?“ – Obwohl Anna das Thema seit Jahren betreut.

„Kai stellt sich seinen Aufgaben immer so souverän und geht trotzdem um fünf Uhr nach Haus,“ denkt Maja und überarbeitetkritisch zum hundertsten Mal ihren längst perfekten Artikel.

Zweifel sind ein Teil unseres Lebens.

Und die letzte Instanz des Zweifels: „Ach ja, dein Job ist toll. Aber hast Du denn noch genug Zeit für Privatleben? Wenn Du so viel arbeitest, findest Du doch nie einen Typen.“ Oder: „Ihr habt euch getrennt? Schon wieder eine Trennung? Vielleicht solltest Du mal ein wenig zur Ruhe kommen,“  (vorwurfsvoller Ton von Tante Berta).

Oft folgen solchen Aussagen mitleidige, zweifelnde oder wertende Blicke. Egal wie gut wir Frauen unseren Job und unser Leben meistern, wir sind stets nur so gut wie der Mann an unserer Seite. Denn daran misst uns die Gesellschaft und wir uns selbst.

 

Frauen zweifeln – die ganze Zeit.

 

Wie selten höre ich eine Frau selbstbewusst sagen, „Hey, ich bin gut in dem was ich tue. Ich mache es gerne, ich liebe es!“ Wie selten nehmen wir uns einfach wie wir sind, freuen uns, über das was wir tun und geniessen das Hier und Jetzt.

Oft lassen wir uns ganz von den Zweifeln einnehmen.

Stattdessen lassen wir uns ganz von den Zweifeln einnehmen. Oft folgen darauf auch immer wieder Täler der Traurigkeit. Frau fühlt sich einsam, weil kein passender Partner da ist. Auch der Mangel an dem wahren, echten Traumjob führt zu manchen dunklen Momenten. Am schlimmsten sind die freien, unverplanten Wochenenden. Leider ist das Baumeln der Seele mittlerweile verpöhnt. Wenn Frau am Montag nicht von einem Date, einer Party oder zumindest einem göttlichen Brunch berichten kann, ist der zweifelnde Blick der ausgelasteten Kollegen fast vorprogrammiert. Der Wein am Montag Abend wird so schon einmal zu einer geleerten Flasche begleitet von schmerzenden Tränen der Traurigkeit.

 

Tränen und Traurigkeit sind ok.

 

Doch meine lieben Freundinnen: Tränen und Traurigkeit sind ok. Wir sind nicht immer glücklich, nicht immer gut gelaunt, nicht immer verplant. Nur wer Traurigkeit kennt, kann auch die Sonne zu schätzen wissen. Und ihr habt die Sonne verdient. Ihr müsst Euch nur selbst das Leben auf der Sonnenseite gönnen – und zwar auf Eurer eigenen, ganz persönlichen Sonnenseite.

Diese Vielschichtigkeit anzuerkennen, kann verletzlich machen. Wie oft höre ich gerade am Telefon den Schmerz, welcher durch Zweifel und Traurigkeit entsteht. Manchmal kommt es mir vor, als würde Euer Herz bluten, weil ihr meint, Euer Leben, Eure Karriere und Euren Partner noch nicht gefunden zu haben.

 

Wann ändert sich etwas in meinem Leben?

 

Sätze wie „Ändert sich denn nie was in meinem Leben?“ ­nach einem erneuten Streit mit dem Chef; „Warum trifft es eigentlich immer mich?“ nach dem Ende eines sowieso wenig zielführenden Tinder Flirts; oder „Ich weiß nicht mehr, wohin mein Leben geht,“während harter Entscheidungsphasen fangen an Euren Alltag zu bestimmen.

Manchmal möchte ich am liebsten durch das Telefon springen, Euch umarmen und Euch schütteln. Gleichzeitig möchte ich Euch vor Augen führen, was ich aus der Distanz so deutlich sehe.

 

Ihr seid unglaublich starke Persönlichkeiten!

 

Ihr seid unglaublich starke Persönlichkeiten, die studiert haben, einen tollen Job machen und sich dabei noch in der Freizeit engagieren. Ihr meistert bravourös einen harten Arbeitsalltag, führt liebevoll Eure Mitarbeiter, tröstet abends Eure Freundinnen und engagiert Euch in sozialen Projekten. Nebenbei geht Ihr noch zum Sport, lest Bücher oder bringt Euch das Nähen, Tanzen und Malen bei. Wie viel Energie das kostet, ist Euch dabei meist gar nicht bewusst. Dazwischen macht Ihr Euch noch Gedanken, um die Philosophie des Lebens, Eure persönliche Weiterentwicklung und den nächsten Arbeitstag. Ihr seid gute Menschen, habt das Herz am rechten Fleck und wenn ihr gebraucht werdet, überlegt Ihr nie, ob Ihr helfen sollt. Was könnte inspirierender sein?

 

Ihr inspiriert mit einem Lächeln im Gesicht.

 

All das macht Ihr mit einem Lächeln im Gesicht! Habt Ihr Euch einmal selbst beobachtet? Wie Ihr mit Euren Kollegen, Mitarbeitern, Chefs, Freunden, Flirts und Familienmitgliedern kommuniziert? Eure Gesichter sind offen, die Augen aufmerksam und immer schmeichelt ein leichtes Lächeln um Eure Lippen. Denn ihr lacht gerne, seid gerne fröhlich. In so vielen kleinen Momenten Eurer anstrengenden Tage macht Ihr durch kleine Gesten andere Menschen glücklich! Ihr beflügelt sie!

Darum dürftet Ihr Euch auch manchmal erlauben, ein glitzerndes Diadem aufzusetzen, das ganz laut ruft: „Seht alle her: hier ist eine Königin der Welt“. Hier ist eine Frau, die ihr Ding macht. Sie statuiert ein Exempel durch ihr Lächeln, ihr Mitgefühl und ihre innere Stärke. Manchmal ist die Königin zweifelnd, traurig oder verletzlich. Aber das ist ok. Denn genau das macht sie stärker.

 

Seht alle her, hier ist eine Königin der Welt.

 

Meine lieben Frauen, Freundinnen und Königinnen der Welt: Ihr seid toll so wie Ihr seid. Alles was Ihr macht ist perfekt. Gerade die Akzeptanz Eurer kleinen Unzulänglichkeiten macht Euch aus. Darum bitte ich Euch, Eure Fähigkeit zu inspirieren und zu verzaubern zu genießen. Eben das macht unsere Welt jeden Tag ein wenig besser.

 

Ich umarme Euch von ganzem Herzen aus einem kleinen nostalgischen Café.

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